Historie

Der CSD Mainz ist aus einem Sommerfest namens "Sommerschwüle" heraus entstanden und von der etwas abgelegenen Ziegelei über die Jahre in die Innenstadt gewandert. Mit Demonstration, Bühnenprogramm, Informationsständen und einer Party am Abend ist der CSD Mainz inzwischen fester und unübersehbarer Bestandteil des kulturellen Programms der Stadt Mainz geworden. 

Sommerfest „Sommerschwüle“ auf der Alten Ziegelei

1993 fand die erste Sommerschwüle als schwul-lesbisches Grillfest auf dem Gelände der „Alten Ziegelei“ in Bretzenheim statt. Das am Ortsrand gelegene Gelände bot nicht nur Charme sondern auch einen sicheren Ort, an dem sich die Community in angenehmer Atmosphäre treffen konnte. Schon bald wurde das Programm ausgebaut, andere Kulturstätten wurden einbezogen und boten queeren Künstler*Innen eine Bühne. Schirmherren und Schirmfrauen wurden angesprochen, um die Sichtbarkeit und Akzeptanz zu erhöhen. 2002 entschied man sich aus organisatorischen Gründen für eine Pause, um 2003 dann die letzte Sommerschwüle auf der Ziegelei zu organisieren.

In die Stadt: KUZ und Jockel-Fuchs-Platz

Ab dem Jahr 2004 zog die Sommerschwüle dann in die Stadt und fand erstmals in dem Kulturzentrum KUZ statt. Die 15. Sommerschwüle im Jahr 2008 zog anlässlich des Jubiläums noch weiter in die Innenstadt, nämlich direkt vor das Rathaus auf den Jockel-Fuchs-Platz. In den kommenden Jahren erwies sich weiterhin das KUZ als angemessenes Zuhause der Sommerschwüle.

Mitten ins Herz: Gutenbergplatz

Auch wenn das KUZ mit seinem alten Industrie-Charme und gleichzeitig einem begrünten Außengelände einen sehr angenehmen Standort für die Sommerschwüle bot, wurden die begrenzten Kapazitäten und die reduzierte Sichtbarkeit hinter den umgebenden Mauern ein bedeutender Nachteil. Im Jahr 2014 entschieden die Organisator*innen daher, das Bühnenprogramm direkt ins Herzen von Mainz zu legen, nämlich vor das Theater auf den Gutenbergplatz, umgeben von Einkaufszonen. Zusätzlich fand erstmals eine Demonstration anlässlich des CSD statt, welche von diesem Zeitpunkt an fester Bestandteil sein sollte. Bald wurde auch deutlich, dass die Kapazitäten des KUZ nicht mehr ausreichen, um alle Gäste am Abend entspannt feiern zu lassen. Daher verabschiedete man sich im Jahr 2015 schweren Herzens ganz vom KUZ und verlegt die Party des CSD in die Rheingoldhalle.

Im Jahr 2020 galt es mit Abstand zusammenzuhalten: Die Corona-Pandemie breitete sich in Deutschland aus. Großveranstaltungen konnten nicht mehr stattfinden, um eine weitere Verbreitung es Virus zu verhindern. Zum Schutz Aller entschieden die Organisator*Innen daher in Abstimmung mit der Stadt, auf Bühnenprogramm, große Demonstration, Stände und Party zu verzichten. Stattdessen fand eine deutlich kleinere Menschenkette (mit Abstand) statt, um dennoch Sichtbarkeit zu zeigen.